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Award : Gewinnerinnen15.02.2017

Award-Zweite Maren Schmuck: Frauen haben genauso das Zeug in der Zweiradbranche zu arbeiten

Im November 2016 vergaben fembike.de und 'bike und business' zum zweiten Mal den Award Bike Woman of the Year. 50 Bewerbungen gingen ein, die zehn kreativsten und inspirierendsten Motorradfrauen kamen in die Endrunde. Die Jury - bestehend aus der Branchenvertreter von BMW Motorrad, Michelin Motorradreifen und Stadler Motorradbekleidung sowie Frauke Tietz (Geschäftsführerin „fembike.de“) und Stephan Maderner (Chefredakteur „bike und business“) - kürte Maren Schmuck mit dem zweiten Preis.

Du hast den zweiten Platz beim Award gewonnen. Warst du überrascht darüber?

Als ich die Nachricht erhalten habe, dass ich unter den Top 10 bin, hat mich das schon ziemlich gefreut. Dass ich aber soweit vorne bin, damit habe ich nicht gerechnet, denn die Konkurrenz war stark!

Wie hast du davon erfahren, dass es diesen Award gibt?Traumberuf: Maren Schmuck beim Motorradschrauben

Die Frau meines Chefs hat mich darauf angesprochen, nachdem sie davon gelesen hat. Ich fand die Idee direkt klasse und habe mit dem Download der Bewerbungsunterlagen nicht gezögert.

Was war der Impuls, dass du dich beworben hast?

Ich bin der Meinung, dass Frauen genauso das Zeug haben in der Zweiradbranche zu arbeiten wie Männer auch. Da ich auch bei einer groß geplanten Werbekampagne der Handwerkskammer Düsseldorf mitwirke, die unter dem Motto „Frauen können Technik“ in einigen Wochen startet, war es für mich klar, dass ich mich für diesen Award bewerbe.

Es begann alles mit einem Schülerpraktikum

Welchen Beruf übst du aus?

Ich bin stolze Zweiradmechanikermeisterin und Werkstattleiterin.

Seit wann war für dich klar, dass du Motorradmechanikerin werden willst?

Es begann alles mit einem Schülerpraktikum. Anfangs wusste ich überhaupt nicht, in welche Richtung es gehen soll. Da ich mich schon von klein auf für Motorräder interessierte, war die Überlegung, etwas mit Motorrädern zu machen. So fiel meine Wahl auf Motorradverkauf, da ich mir zu dem Zeitpunkt einen Beruf in der Werkstatt gar nicht vorstellen konnte. Gesagt, getan. Leider konnte ich aus betrieblichen Gründen das Praktikum kurzfristig nicht antreten und musste mir innerhalb einer Woche einen neuen Platz suchen. Da ich mich aber so darauf fixiert habe, musste es unbedingMaren Schmuck zeigt stolz ihren Meisterbrieft eine Stelle in der motorisierten Zweiradbranche sein. „Leider“ stand mir dann nur ein Platz in der Werkstatt zu Verfügung. Schon innerhalb der ersten Tage merkte ich, dass ich immer mehr Spaß bekam. Ab da stand fest, dass ist der Beruf, den ich später erlernen möchte.

Was war dein tollstes Erlebnis als Mechanikerin, was dein schlimmstes?

Das genau festzulegen ist ziemlich schwierig. Es sind die besonderen Momente, die mich fast täglich stolz machen. Zum Beispiel wenn man das erste Mal den Motor nach einer Generalüberholung startet und man merkt, dass alles funktioniert! Ein schlimmstes Erlebnis habe ich Gott sei Dank bisher nicht.

Heute bist du Meisterin und leitest die Werkstatt bei Motorrad Lörper. Wie sieht ein typischer Arbeitstag bei dir aus?

Ich bin verantwortlich für die Planung, Steuerung und Überwachung der Werkstattaufträge. Das heißt, ich bereite morgens Aufträge vor und verteile diese an die Mechaniker. Natürlich bin ich als Meisterin auch Ansprechpartnerin, wenn mal was nicht reibungslos funktionieren möchte. Zudem nehme ich die Fahrzeuge in Form einer Dialogannahme an und stehe den Kunden für technische Fragen zur Verfügung. Desweiteren gehört es auch zu meinen Aufgaben, die Aufträge zu bearbeiten, z.B. Durchführen von Wartungs-und Reparaturarbeiten.

Durch Fachwissen konnte ich bisher immer die Leute überzeugen

Wie ist es als Frau und dazu noch als Vorgesetzte in einem Männerberuf zu arbeiten? Wirst du von Kollegen und Kunden gleichermaßen respektiert?Maren mit Kollegen

Natürlich gibt es hin und wieder mal Menschen, die noch etwas im Klischee denken. Aber durch Fachwissen konnte ich bisher immer die Leute überzeugen und somit mir meinen Respekt verschaffen.

Du bist Bestandteil einer Werbekampagne der Handwerkskammer Düsseldorf. Was genau bewirbst du?

Unter dem Motto „Frauen können Technik“ versuchen wir junge Mädchen/Frauen für eine Ausbildung in „technischen“ Handwerksberufen zu gewinnen. Aber auch die ausgelernten Frauen zum Meister zu bewegen.

Hat dir diese Werbekampagne zusätzlich Respekt bei Kollegen und/oder Kunden verschafft?

Da die Kampagne erst in einigen Wochen startet, ist bisher noch das meiste geheim geblieben. Ich freue mich schon riesig auf den Start und hoffe, dass diese auch erfolgreich sein wird.

Fotoshooting der in der Handwerkskammer DüsseldorfDa wir das Interview schriftlich führen mussten, weil dir momentan tagsüber die Zeit fehlt für ein Gespräch: Wie arbeitsintensiv ist dein Job? Wie viele Stunden in der Woche arbeitest du?

Meine Stelle ist schon sehr zeitintensiv. Ich arbeite mindestens 42,5 Stunden in der Woche. Wenn die Saison los geht, auch schon mal etwas mehr. Zusätzlich kommt auch noch ein etwas längerer Arbeitsweg. Da wir im Betrieb auch großen Wert darauf legen, dass unsere Kunden sich wohlfühlen, veranstalten wir regelmäßig Events. Wie z.B. am 25. und 26. März 2017 unsere große Saisoneröffnung. Da fällt dann auch schon mal ein ganzes Wochenende weg.

Ich liebe die Sonne, den Strand und das Meer

Hast du noch Zeit für Freunde und Hobbys? Wie verbringst du deine Freizeit?

Viel Zeit bleibt da natürlich nicht mehr. Trotzdem versuche ich immer einen Ausgleich zum Job zu finden. Den finde ich im Sport. Ich spiele Handball. Und wenn ich mich dann mal nicht in der Werkstatt oder der Sporthalle aufhalte, treffe ich Freunde zum Kaffee trinken und plaudern.

Besitzt du ein eigenes Motorrad und wenn was für eins?

Ich habe mehrere Motorräder, damit es nicht zu langweilig wird. Für die SonntagsrundMotorradfahren kann Maren natürlich auche habe ich eine ältere Yamaha XT 600. Für die Fahrt zum Bikertreff eine Suzuki GSX 400. Und wenn es richtig sportlich werden soll, eine KTM EXC 450.

Was machst du in den Ferien?

Ferien in diesem Sinne habe ich ja leider nicht. Aber wenn ich Urlaub habe, mache ich meist was ohne Motorräder. Ich vereise gerne. Ich liebe die Sonne, den Strand und das Meer. Die Kurzurlaube verbringe ich dann meistens mit Freunden oder bei meiner Familie.

Was sind deine Ziele für die Zukunft? Wie stellst du dir Maren Schmuck in 10 und 25 Jahren vor?

Meine Ziele für die Zukunft sind Erfahrungen zu sammeln. Meine Fähigkeiten und Fertigkeiten weiter auszubauen. Herausforderungen annehmen und bewältigen.

Die Fragen für Maren dachte sich Karin Schickinger aus.

Fotos: Maren Schmuck, Videostills