
Mit dem Strom
Sie stinken nicht, sie knattern nicht und leicht sind sie auch. Aber Hand aufs Herz: Werden und können die Elektro-Motorräder unsere geliebten, benzinbetriebenen Bikes vertreiben? Ein Ausflug in die CO2-freie Welt von Bürstenmotoren, Lithiumakkumulatoren & Co.
Immer wieder, wenn von knappen Erdölreserven, von Treibhauseffekt und
Sozialverträglichkeit unserer Verkehrsmittel die Rede ist, kommt die Sprache auf Elektrofahrzeuge. Leise und abgasfrei sollen sie durch Stadt und Land kurven. Seit die Kalifornier einen Tesla Roadster erfunden haben, einen 288-PS-starken Elektro-Sportwagen, verschwand das lustfeindliche Öko-Image der Stromer. Auch im Motorradsegment wird eifrig an neuen Konzepten gebastelt, doch hauptsächlich unbekannte Hersteller sind elektrisiert. Oder kennt jemand Motorradbauer namens Brammo, Quantya oder Zero?
Elektromotorräder: Was ist anders?
Schaut man einem E-Bike auf den Hintern, fällt sofort auf: Es fehlt der Auspuff. Klar, wo nichts verbrannt wird, braucht es keine Abgasanlage und keinen Schallschutz. Wenn das Elektromotorrad nicht vollverkleidet ist und einen Blick auf seine Innereien erlaubt, liegt dort, wo normalerweise Tank und Verbrennungsmotor stationiert waren, ein Kasten. Er enthält die Batterien oder Akkus. Der Elektromotor selbst findet seinen Platz weiter unten im Rahmen an der ehemaligen Stelle des Getriebes. Auf letzteres kann verzichtet werden, da der Motor direkt Kette oder Riemen antreibt. Ob dabei einer mit Magnetbürsten werkelt oder ein gekapselter, bürstenloser Permanentmagnet-Wechselstrommotor für den Antrieb sorgt, sei einmal dahin gestellt.
Hauptproblem bei der Konstruktion von Zweirädern, die eine attraktive Leistungsperfomance
mit einer vernünftigen Reichweite kombinieren, war und ist immer noch die Unterbringung der dafür benötigten, großen Anzahl an Akkus. In einem Auto stellen die Techniker die Lithium-Ionen- oder Lithium-Polymer-Batterien in den Kofferraum, da passt jede Menge Energie hinein, damit die Reichweite über den Stadtrand hinausgeht. Der Platz zwischen den Rahmenrohren eines Motorrads dagegen ist begrenzt und so bleiben bis dato hauptsächlich zwei Einsatzgebiete der E-Bikes: City und Crossbahn. Viele Geländemaschinen besitzen herausnehmbare Akkus, die sich mit ein paar Handgriffen austauschen lassen. Während man weiter herumdüst, lädt sich die Ersatzbatterie auf.
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