Buchtipp: Ganz weit weg
Manche reisen mit dem Flugzeug, andere schwingen sich dazu aufs Motorrad. Aber – wie die intelligente Bikerin weiß – geht es zwischendurch auch ganz bequem vom Lesesessel aus, um die Zeit bis zur nächsten Tour zu überbrücken.
„Der Beginn einer Reise, der erste Satz eines Buches – wir überschreiten eine Grenze, und auf einmal sind wir ganz weit weg.“ So beschreibt Petra Gust-Kazakos die grundlegende Gemeinsamkeit zweier, nur auf den ersten Blick unterschiedlicher Tätigkeiten. Zwar muss man sich beim Reisen bewegen, um von einem Ort zum anderen zu kommen, während beim Lesen die Bewegung allein im Kopf stattfindet. Doch die Begegnung mit fremden Orten und Menschen in Büchern kann ebenso bereichernd sein wie die im wirklichen Leben.
Die Autorin versammelt in Ganz weit weg persönliche Lese- und Reiseerlebnisse ebenso wie Erfahrungen und Macken bekannter Schriftsteller und Romanfiguren. Was soll man alles mitnehmen, seine Lieblingsbriefbeschwerer wie Truman Capote? Oder vertraut man auf eine Liste für das Nötigste wie Joan Didion? Wo gefiel es Mark Twain besser, in Paris oder in Athen? Und wie lassen sich in unserer heutigen, bestens vermessenen Welt noch Entdeckungen machen?
Ganz weit weg ist eine unterhaltsame Mischung aus Anekdotischem und Wissenswerten, die nebenbei eine Menge Anregungen für Bücherwürmer und Reiselustige bietet. Mehr zu Leselust und Reisefieber gibt es auch im Blog der Autorin unter http://phileablog.wordpress.com/.
Ganz weit weg. Leselust und Reisefieber, Eisenhut Verlag, 16,90 Euro.
Die Autorin
Petra Gust-Kazakos, geboren 1966 in Trier, studierte Germanistik und Anglistik in Heidelberg und schrieb im Karlsruher Kulturmagazin Klappe auf und in den Badischen Neuesten Nachrichten. Sie ist PR-Managerin einer Softwarefirma und gibt seit 2001 den Rezensionsnewsletter „Der virtuelle literarische Salon“ heraus.











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