
Für Dich ausprobiert: C3 Lady von Schuberth
Die Auswahl an verschiedenen Motorradhelmen ist riesig. Fembike hat sich natürlich auf die Suche nach speziellen Modellen für Bikerinnen gemacht. Wie immer, wenn es um Produkte für Frauen geht, wird besonders viel Wert auf das Design gelegt. So werden Helme mit netten Applikationen oder auch in pink angeboten und als Frauenhelme bezeichnet.
Ein einziger Hersteller hat sich intensiver mit seiner weiblichen Klientel beschäftigt. Denn Frauen haben anatomisch eine andere Schädelform als Männer. Sie ist kleiner und niedriger, das Gesicht schmaler und die Schädelbasis ist kürzer. Herausgekommen ist der C3 Lady, der 2009 zum ersten Mal vorgestellt wurde. Wir haben den Helm für Euch ausprobiert.
Der erste Eindruck
Im wattierten Beutel schimmert uns der C3 Lady in Pearl White entgegen. Er wirkt auffällig klein. Kein Kürbis mehr und mit seinen 1.570 Gramm ist er sehr leicht für einen Klapphelm. Die sandfarbenen Innenpolster fühlen sich weich an und gefallen uns auf Anhieb. Fabrikneu, aber nicht unangenehm meldet die Nase nach dem Geruchstest. Mitgeliefert ist auch das Pinlock-Innenvisier, das sich unauffällig an den Kartonrand schmiegt und prompt bei der ersten Testfahrt vergessen wird. Anders das Handbuch. Es liegt griffbereit in einer Seitentasche und sollte unbedingt gelesen werden, denn es enthält viele hilfreiche Infos und Tipps z.B. zu Visier- und Polstermontage und -reinigung.
Die Passform
Ein Helm sollte straff u
nd fest sitzen, ohne zu drücken. Der Helm ist zu eng, wenn sich Druckstellen bilden oder das Gesicht so stark zusammengedrückt wird, dass sich gemeine Falten an der Oberlippe bilden. Beim ersten Aufsetzen macht sich die speziell für Kopf- und Gesichtsformen von Frauen konzipierte Innenpolsterung des Helms sofort bemerkbar. Es passt einfach. Sollten die Wangenpolster zu dick sein, können diese gegen dünnere getauscht werden.
Aerodynamik
Der Helm kam auf Nakedbikes zum Einsatz und hat sich dort bewährt. Selbst bei höheren Geschwindigkeiten bleibt er beim Drehen des Kopfes, z.B. beim Überholen auf der Autobahn, stabil. Auch der Windabweiser am Kinnteil macht seinem Namen alle Ehre. Zusätzlich hat der Hersteller ein mit Klett verstellbares Anti-Noise-Pad eingebaut. So ist der Helm sehr leise und dicht. Es gibt keinen unerwünschten und damit störenden Luftzug, der nach innen dringt.
Visier
Das Visier ist antikratzbeschichtet. Das mitgelieferte Pinlock-Innenvisier muss selbst montiert werden. Dank der Beschreibung im Handbuch ist dies kein Problem. Zum Öffnen und Schließen gibt es zwei Fingertabs, die sich rechts und links neben der Frontlüftung befinden. Diese könnten etwas größer sein. Denn mit behandschuhten Händen sind sie schwer zu greifen.
Das Visier rastet mit einem deutlichen Klacken ein, wenn es komplett geschlossen ist. Mit etwas Druck kann es wieder geöffnet werden und rutscht dann erst einmal in die sog. „Stadtstellung“ (Position 2). Will man jetzt einen Blick auf den Tacho werfen, muss der Kopf nach unten gedreht werden, denn durch das geöffnete Visier mit dem Innenvisier kommt es zum starken Brilleneffekt, d.h. das Sichtfeld wird mehrfach unterbrochen.
Sollte das Visier einmal ausgetauscht werden müssen, gibt es Ersatz im Fachhandel. Allerdings muss frau tief in die Tasche greifen: Visier ca. 60 EUR, Pinlock 30 EUR.
Belüftung
Um beim Fahren einen kühlen Kopf zu bewahren, verfügt der C3 Lady über ein gut funktionierendes Lüftungssystem am Kinn und oben auf der Helmschale. Auch mit Handschuhen ist der kleine Hebel auf dem Kopf gut zu bedienen. Bei starkem Regen sollten allerdings beide geschlossen bleiben, da sonst Wasser eindringen kann. Das Visier beschlägt auch dann nicht, wenn die Lüftungen geschlossen ist. Außerdem ist es sinnvoll, die Lüftung von Zeit zu Zeit zu reinigen, denn Mücken und Dreck lassen es schnell unappetitlich werden.
Ausstattung
Das Innenfutter besteht überwiegend aus Coolmax-Stoff, der sich weich an die Haut anschmiegt und atmungsaktiv ist. Zudem ist er antibakteriell und allergenfrei. Auf dem sandfarbenen Innenfutter bilden sich leider sehr schnell Schweiß- und Dreckränder. Zum Glück ist es komplett herausnehmbar. Unser Wangenpolster haben wir mit Handwäsche und ganz wenig Flüssigseife wieder sauber bekommen. Auch hierzu liefert das Handbuch wichtige Hinweise.
Die Polsterung des Kinnriemens ist mit dem Wangenpolster fest verbunden und hat einen Klettverschluss. Also, zuerst Polster schließen, dann Ratschenschloss einrasten. Auch hier gab es keinerlei Schwierigkeiten beim Einstellen. Der Kinnriemen liegt weich und trotzdem fest an.
Fazit
Der C3 Lady von Schuberth ist ein erstklassiger Helm in Funktionalität und Design. Kleiner Wermutstropfen ist der Preis: Für 499 EUR ist der Helm im Fachhandel erhältlich.
Herstellerinfos:
www.schuberth.com
Text: Frauke Tietz
Bilder: Metzeler Testride 2011, fembike, Schuberth GmbH
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